Wintercamping – Unsere bisherigen Erfahrungen 2


Wir fahren das ganze Jahr weg. So muss unser Mobby nicht nur 40 Grad im Schatten, sondern auch Minusgrade mitmachen. Wir waren bisher bis max. -10 Grad unterwegs und möchten Euch daher mal unsere Erfahrungen mit dem Pössl Vario 545 mitgeben.

Ausstattung und Zubehör

Wir haben bei Pössl das Winterpaket dazu genommen, was folgendes enthält:

  • Warmluftleitungen in der Nähe der Wasserleitungen
  • Beheizter Abwassertank
  • Iso-Matte für die Hecktüren

Zusätzlich haben wir uns noch eine Hindermann Außenmatte für die Windschutzscheibe besorgt.

Vorbereitung

Eigentlich wenig. Das Mobby parkt in einer Halle und die Wasserhähne bleiben in offener Stellung, damit kein Wasser in den Leitungen bleibt und die Leitungen auffrieren können. Ich habe letztens erst einen guten Tipp gesehen, um das komplette Wasser aus den Leitungen zu bekommen. Man bläst einen Luftballon auf, stülpt ihn über den Wasserhahn und die Luft drück das restliche Wasser raus. Klingt plausibel.

Schneeketten sind ab Herbst fest im Auto, die bleiben jetzt bis zum Frühjahr drin. Ansonsten haben wir noch eine alte Decke dabei, die wir am Boden an die Schiebetür legen, weil an der Stelle zieht es doch ganz schön rein. Je nach Kuschelbedarf sind noch 2 Kuscheldecken dabei. Die liegen aber sowieso das ganze Jahr im Kleiderschrank.

Aber ganz wichtig. Auch wenn wir den Wassertank füllen, kommt immer ein 15 Liter gefüllter Wasserkanister mit, den ich rechts neben dem Fahrersitz mit Gummibändern befestige. Weil sollte es ein Problem mit der Wasserversorgung geben, habe ich zumindest Wasser.

Unterwegs

Meist beginnt beim Wintercamping das Problem ja schon, dass das Auto durch die Standzeit durchgefroren ist. In diesem Winter jetzt nicht unbedingt, aber normalerweise schon. Der Wohnraum ist eigentlich sehr schnell aufgeheizt. Die Standard Truma Heizung reicht für den Vario 545 locker. Es dauert aber schon, bis das ganze Auto durchgewärmt ist. Das ist aber bei jedem Womo so. Das merkt man an den Möbeln, die am ersten Tag noch nicht so ganz warm sind.

Auch wenn im Winterpaket die Warmluft an den Wasserleitungen entlang verlegt ist, kann es am ersten Tag trotzdem passieren, dass z.B. der Wasserhahn in der Küche nicht funktioniert. Das Problem ist einfach, dass ein paar Leitungen, wie z.B. in der Küche, nahe an der Außenwand verlegt sind. Wenn hier noch ein kleiner gefrorener Wassertropfen in der Leitung ist, kommt eben noch kein Frischwasser raus. Ist das Auto richtig durchgewärmt und diese Stellen sind auch warm geworden, fließt im Vario 545 auch bis -10 Grad das Wasser aus dem Frischwassertank.

Wir haben das CP Plus Bedienteil mit der schönen digitalen Anzeige. Während der Fahrt stellen wir die Temperatur auf 16 Grad. Wenn wir in den Wohnmodus wechseln fühlen wir uns bei 20 Grad sehr wohl. Nachts stellen wir die Heizung auf 15 Grad. Mit diesen Einstellungen kommen wir mit einer 11kg Gasflasche bis ca. -5 Grad ungefähr 3 Tage aus. Bei -10 Grad hatten wir auch knapp 3 Tage geschafft, waren aber tagsüber auch viel unterwegs. Das soll Euch nur einen groben Richtwert geben.

Für uns in der Gasverbrauch für einen Kastenwagen vollkommen in Ordnung.

Schlafen

Wir klappen sehr früh das Bett herunter, damit sich die warme Luft schon etwas in der Schlafhöhle ausbreiten kann. Trotzdem bleibt es am Fußende schon kühl was wir aber als nicht störend empfinden. Wir drehen dann wie beschrieben die Heizung auf 15 Grad runter und krabbeln ins Bett. Wir haben bisher noch nie im Vario gefroren. Wir finden das Dach sehr gut isoliert. Wir haben teilweise sogar im Winter die Seitenfenster einen Spalt offen.

Wie gut das Dach isoliert ist, kann man auch gut auf dem nachfolgenden Bild sehen (waren nachts – 7 Grad). Das Womo war nach ein paar Tagen gut durchgewärmt, was man schön am Blech sieht. Das Dach wiederum war außen gut gefroren, aber innen weiterhin kuschlig warm

Übrigens braucht man im Vario im Winter keinen Wecker 🙂 Über die CP Plus Steuerung kann man einstellen, wann die Heizung in der Früh anspringen soll. Wir stellen also z.B. ein, dass um 08:00 Uhr die Heizung auf 20 Grad aufheizen soll. Spätestens um 08:30 ist es uns im Bett zu warm und wir müssen raus 🙂 Ganz ohne Wecker 🙂

Iso-Matten

Die beiden Iso-Matten für die Frontscheibe sowie für das Heck können wir wirklich nur empfehlen. Die Matte für die Frontscheibe ist ein Traum. Wir haben innen keine beschlagenen Scheiben. Wichtig übrigens. Stellt die Luftauslässe im Fahrerhaus auf Innen! Dann zieht es hier nicht rein. Die Iso-Matte für das Heck klappen wir unter dem Stockbett um. So ist der Wohnraum gut geschützt und ich komme problemlos in die Garage. Auch im Winter haben wir hier in einer Box Lebensmittel und bisher ist uns dort nichts eingefroren, obwohl dort keine direkte Heizung hinkommt.

Problem außenliegender Abwassertank

Bis dahin ist im Mobby alles super. Wäre da nicht der außenliegende Abwassertank. Um es vorwegzunehmen, ich halte vom beheizten Abwassertank wenig. Wir stehen oft frei und der Stromverbrauch wäre immens. Außerdem gibt es erst mal 2 andere Probleme. Das Abwasser muss aus dem Innenraum ja erst mal raus. Bis -5 Grad geht das in der Regel auch problemlos. Bei -10 Grad aber nicht mehr. Auch hier ist es wieder so, dass vermutlich am Übergang von Innen nach Außen Wassertropfen gefrieren und damit das Wasser teilweise nicht abläuft.

Wir hatten es für Euch trotzdem mal getestet und Wasser in den Abwassertank gelassen und auch mal die Tankheizung eingeschaltet. Und wir konnten trotzdem kein Abwasser ablassen. Warum? Weil im Ablassschlauch (vom Abwassertank zum Ablassschieber) auch Wasser stehen bliebt und gefriert. Ich frage mich halt dann, wie lange muss man die Tankheizung im Betrieb haben, damit auch diese Stellen durchgewärmt werden. Ist für uns nicht praktikabel.

Steht man auf einem Campingplatz wo der Strom nichts kostet (was im Winter selten der Fall ist), könnte man die Tankheizung anlassen, Irgendwann ist bestimmt jeder Winkel aufgetaut.

Wie machen wir das nun?

Wir lassen ab dauerhaft -5 Grad überhaupt kein Wasser mehr in den Abwassertank. Wir sammeln das Wasser gleich in Schüsseln und entsorgen es direkt auf dem Stellplatz. Wenn wir günstig stehen, stellen wir auch einen Eimer unter den Auslauf, weil dann läuft das Wasser gleich wieder raus, bevor es gefrieren kann. Das ist für uns überhaupt kein Problem und vermiest auch nicht das tolle Wintercamping.

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