Anreise Griechenland über den Landweg 2


Wir sind ja dieses mal völlig ohne wirklichen Plan losgefahren. Auf der Straßenkarte hatten wir uns die Autobahnen angesehen und sind einfach mal los. Grob wäre die Anreise über Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien gewesen. Wir sind also los Richtung Österreich bis wir kurz hinter Graz einen Übernachtungsplatz gefunden hatten. Unterwegs hatte ich bereits Vignetten für Österreich und Slowenien gekauft.

Spät Abends haben wir dann mal die Route und die Einreisebestimmungen unserer geplanten Länder angesehen. Und bei Serbien wurden wir etwas stutzig. Das kam uns etwas komisch vor. Keine Grenze von Kroatien nach Serbien, dafür soll man sich gleich bei einer Behörde melden, weil bei der Ausreise alles aufgeführt sein muss, was man dabei hat?

Das war uns nicht ganz geheuer. Wahrscheinlich wäre alles ganz easy gewesen, aber wir sind dann einfach über Slowenien nach links Richtung Ungarn, am Plattensee entlang Richtung Budapest und dann ab in den Süden Richtung Rumänien. Das war zwar jetzt ein kleiner Umweg, weil wir hätten auch gleich über Wien fahren können. Aber so dramatisch war das nicht.

In Ungarn bin ich mal gespannt, ob wir nachträglich noch eine Rechnung bekommen 🙂 Zwischen Slowenien und Ungarn gab es keinen Grenzübergang. Wir haben nicht mal mitbekommen, dass wir schon in Ungarn sind, hätten aber eine Vignette kaufen müssen. Es war natürlich Sonntag. Als wir bemerkt haben, dass wir bereits in Ungarn sind, sind wir von der Autobahn runter, und wollten eine Vignette kaufen. Die hätte es dort auch gegeben. Aber nicht am Sonntag. Und nun? Also haben wir online eine gekauft. Mal schauen, ob das die elektronischen Überwachungssysteme so auch richtig mitbekommen haben …

Nach Budapest wird die Landschaft sehr unspektakulär und flach. Das war reines Kilometer abspulen. Grenzübergang nach Rumänien war auch kein Thema. In Rumänien geht es erst mal auf guten Autobahnen weiter. Die A1 und die E70 bringt uns weiter nach Süden, teilweise an der schönen Donau entlang. Auch die normalen Straßen waren in Rumänien gut zu befahren. Muss man die Hauptverkehrsstraßen allerdings verlassen, wird es teilweise noch etwas abenteuerlich.

Dann stand die Übernachtung in Rumänien an. Frei stehen hat uns hier in Rumänien irgendwie nicht so überzeugt. Wahrscheinlich sind alle ganz nett hier, aber uns war das etwas zu heikel. Also mal Google Maps angeschmissen und folgenden Campingplatz auf unserer Route gefunden. Bei Mehadia gibt es direkt an der Straße einen Campingplatz in einem wirklich landschaftlich schönen Tal.

Also haben wir den angesteuert. Und wie so oft werden wir von einem Deutschen Campingplatzbesitzer begrüßt 🙂 Der Platz eignet sich eher für kleinere Wohnmobile. Kurze aber steile Abfahrt auf das Gelände und dann eigentlich auch nur drei wirkliche Stellplätze. Außer drei Motorradfahrern mit Zelt waren wir die Einzigen hier. Den ganzen Tag über haben wir übrigens keinen Touristen, geschweige denn ein Wohnmobil auf dieser Tour gesehen 🙂

Wir haben super und ruhig geschlafen. Am nächsten Tag fuhren wir an der Donau entlang über Drobeta Turnu Severin bis Calafat, wo der Grenzübergang über die Donau nach Bulgarien ist. Und an dieser Grenze standen wir dann ca. 1 Stunde. Es ging überhaupt nichts voran… Wir hatten die Vermutung, die machen einfach Mittagspause. Also haben wir auch erst mal gevespert. Und siehe da. Pünktlich um 13:00 Uhr ging es dann wieder langsam los. Auch diese Grenze durften wir ohne Probleme passieren und so tuckerten wir nach und durch Bulgarien.

Auch hier mussten wir wieder eine Vignette kaufen. Und auch hier wurden wir bereits mehrere Male elektronisch erfasst. Aber an keiner Tankstelle gab es eine Vignette. Immer am „next Stopp“ 🙂 Tatsächlich haben wir an der 10. Tankstelle dann eine Vignette kaufen dürfen. Auch da bin ich mal gespannt, was sich die elektronische Erfassung zusammenreimt. Aber diese Tankstelle hat nur Vignetten verkauft, also waren wir nicht die Einzigen.

In Bulgarien ging es erst mal Richtung Sofia. Irgendwann mussten wir eine Umleitung fahren und haben wohl irgendein Schild zwischendurch verpasst und wir haben die bulgarischen Landstraßen live erleben dürfen. Ca. 1,5 bis 2 Stunden sind wir im 2. Gang gefahren. Wir wurden komplett durchgeschaukelt, unser Mobby musste hier einiges mitmachen. Im weitesten Sinne waren es schon Teerstraßen, aber halt geflickt wie ein Schachbrett. Jeder Flecken etwa einen halben Meter auf einen halben Meter. Schlaglöcher, harte Übergänge. Wir waren ziemlich genervt…. Weil man auch einfach nicht vorankommt. Außer man ist rumänischer oder bulgarischer LKW Fahrer. Die knallen an einem vorbei 🙂

Aber wir sind dann in Sofia angekommen und haben prompt die Umgehung verpasst. Also im Feierabendverkehr durch Sofia. Mit Platzregen, Megaunwetter. Straßen standen unter Wasser und wir mittendrin. So chaotisch und hektisch wie die Bulgaren auf den Landstraßen fahren, so überraschend anders in der Stadt. Keine Hektik. Kein Drängeln. Einfach entspannt durch Sofia. Und das nicht nur wegen Platzregen 🙂

Und auch in Bulgarien mussten wir einen Übernachtungsplatz finden. Grundsätzlich fanden wir die Bulgaren sehr angenehm. Trotzdem haben wir uns für einen Campingplatz entschieden. Und da haben wir unbewusst ein ganz tolles Plätzchen für 9€ die Nacht gefunden. In Sapareva Banya vor einer tollen Bergkulisse.

Und dieses Dorf ist auch noch berühmt für seinen einzigen bulgarischen Geysir und der Thermen. Den Geysir haben wir uns natürlich noch angesehen. Ist als Brunnen quasi mitten im Dorf und sprudelt vor sich hin. Und riecht natürlich sehr schwefelig. Der Campingplatz war wirklich putzig, aber auch dieser Platz eher für kleinere Womos. Von hier aus kann man wohl auch schöne Bergwanderungen unternehmen.

Aber wir wollen ja immer noch nach Griechenland. Also brechen wir am folgenden Tag wieder auf. Wir folgen der A3 und E79 weiter nach Süden bis Kulata. Bevor es nach Griechenland geht wird die Landschaft noch mal richtig schön. Durch eine super Schlucht schlängelt sich der Weg bis zur Grenze. Auch hier ist gerade eine Autobahn im Bau. Aber diese Straße ist wirklich schön. Wir tanken noch mal voll und freuen uns auf den letzten Grenzübergang und was uns dann hier erwartet. Man kennt das Thema Grenzübergänge ja in der EU nicht mehr. Ist schon irgendwie mal wieder spannend. Und wir sagen uns noch, wenn die Griechen uns an der Grenze aufhalten, dann nur, weil die neugierig auf das Mobby sind.

Und so war es natürlich. Alle Autos vor uns werden mehr oder weniger durch gewunken. Wir müssen natürlich stehen bleiben. Ganz kurz ein paar formale Themen wie Anzahl Personen abgefragt und schon sollte ich die Schiebetür öffnen. Vier Griechische Zollbeamte oder was auch immer springen um uns rum. Wir merken sofort, dass die nur neugierig sind. Wollen wissen wieviel Personen hier mitfahren dürfen. Ach da hinten sind auch noch Betten? Das ist der Kleiderschrank. Was kostet sowas? etc. Wir hatten unseren Spass mit denen. Irgendwann habe ich gesagt, dass ich das Womo nicht verkaufen will. Nach einem Lächeln und einem Schulterklopfen durften wir dann weiterfahren. Sehr lustig 🙂

Wir hatten uns Kavala als erste Region raus gesucht. Über Serres und Eleftheroupoli fuhren wir Richtung Kavala. Zwischendurch waren wir einkaufen und haben uns bei einem Bäcker unseren ersten Cafe Frappe bestellt. Und die Chefin hat sich so gefreut, dass wir auf griechisch bestellt haben, dass wir gleich noch einen Sesam-Kringel und ein paar andere leckere Sachen geschenkt bekommen haben. Wir sind angekommen! Vielen Dank Hellas.

Wir tuckern noch etwas weiter und finden unseren ersten Übernachtungsplatz. Ganz alleine am Meer. Noch keine Womos in Sicht. Wir sind glücklich endlich angekommen zu sein, springen ins Meer und lassen den Tag mit frischer Pizza ausklingen.

So haben wir uns den Frankreichurlaub vorgestellt 🙂

Fazit der Anreise über den Landweg nach Griechenland. Blendet man die Umleitung in Bulgarien aus, ist die Durchreise über Ungarn, Rumänien und Bulgarien kein Problem. Es sind mittlerweile viele Autobahnen vorhanden die auch mein Navi noch nicht kannte. Die Nationalstraßen sind im Großen und Ganzen gut ausgebaut. Übernachtungen gibt es auf dieser Route wenig, wenn man nicht frei stehen möchte. Da sollte man rechtzeitig schauen, wo man übernachten kann. Aber über Google Maps kein Problem.

Die Anreise mit einer Fähre über Italien ist natürlich entspannter. Aber letztendlich waren wir einen Tag früher in Griechenland. Wer spontan Richtung Griechenland aufbrechen will, kann die Route ohne Bedenken fahren. Für weitere Fragen oder Details schreibt mich einfach an.

UPDATE: Da mich einige schon angeschrieben haben, wie wir genau nach Griechenland gefahren sind. Ich habe die Route über Google Maps „nachgebaut“. Hier könnt Ihr Euch anschauen, wie wir nach Griechenland gefahren sind.

Bewerte diesen Artikel
(2) 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Durchschnitt: 4,50 von 5)

Loading...


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “Anreise Griechenland über den Landweg

  • Barbara

    Hallo, ich habe mit Spannung deinen Reisebericht gelesen! Ja, wir wollen auch nach Griechenland fahren. …und da wir schon seit mehr als 20 Jahren „Wohnmobilcamper“ sind, waren wir im vergangenen Jahr schon über Ungarn Kroatien Montenegro bis Albanien ( Wir sind auch ohne bestimmtes Ziel losgefahren).Wir waren dort erstaunt mit welcher Herzlichkeit begrüßt worden sind. Die Leute sind dort zuvorkommend und freundlich . Leider war die Zeit zu knapp um noch nach Griechenland zu fahren. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir mehr Details deiner Route mitteilen könntest. Vielleicht Points wo ihr übernachtet habt.Auch wir brauchen keinen Luxus und campen nur wenn es nicht anders machbar ist auf einen Campingplatz!. Vielen Dank LG Barbara

    • chris Autor des Beitrags

      Hallo Barbara,

      unsere Anreise bestand nur aus Fahren. Wir haben die Länder nicht wirklich besucht sondern habe diese wirklich nur zur Durchreise genutzt. Daher kann ich gar nicht soviel über Sehenswürdigkeiten berichten. Wir wollten halt trotzdem schnell nach Griechenland 🙂

      Ich habe Dir mal unsere Route in Googel-Maps nachgebaut. Diese Route sind wir gefahren: https://goo.gl/maps/CqcTeApArzo

      Wir haben auch nur an den beiden im Beitrag genannten Campingplätzen übernachtet. Diese waren aber in sehr schönen Naturschutzgebieten. Landschaftlich sehr schön und bestimmt tolle Wanderregionen. Man fährt auch immer wieder an der Donau entlang. Auch dort war es landschaftlich sehr schön.

      Ich hoffe, ich konnte Dir trotzdem weiterhelfen.

      Viele Grüße
      Chris